Projekt

Szenario eines großflächigen, lang anhaltenden Stromausfalls

Berlin: Es ist zwölf Uhr mittags, die Temperatur beträgt ungefähr 15 Grad und ohne vorherige Warnung fällt der Strom in Berlin aus. Die Ursache des Stromausfalls ist unbekannt.
Die Telekommunikationsnetze sind stark überlastet, nach 2 Stunden schalten sich die ersten Mobilfunkbasisstationen aufgrund unzureichender Notstromversorgung ab, nach 6 Stunden sind der Großteil der vorhandenen Mobilfunknetze und das UMTS-gestützte Internet ausgefallen. Auch der überwiegende Teil der Internetnutzer in den Haushalten muss während des Stromausfalls auf diesen Kommunikationsweg verzichten: Die zur Einwahl genutzten Endgeräte (Telefonanschluss, Fernsehanschluss) halten meist keine unabhängige Stromversorgung vor. Die Kommunikation ist weitgehend zusammengebrochen – nur notstromversorgte Bündelfunk-Netze sind weiter einsetzbar. Die Leitstellen von kritischen Infrastrukturen wie Feuerwehr, Polizei und THW sind funktionsfähig, aber nicht mehr erreichbar. Das Rettungswesen ist daher stark beeinträchtigt.
Auch der Verkehr ist von dem Stromausfall betroffen, am stärksten die schienengebundenen Verkehrsträger, da sie auf Elektrizität als Antriebskraft angewiesen sind. Unzählige Züge, U-Bahnen, S-Bahnen und Straßenbahnen bleiben auf den Strecken liegen, die Fahrgäste werden evakuiert. Die elektronischen Signalanlagen an wichtigen Verkehrsknotenpunkten fallen aus, der Verkehr muss durch Polizeibeamte geregelt werden.
Die Notstromaggregate der Wasserwerke werden in Betrieb genommen. Der Betrieb der Wasserförderung, Aufbereitung und Verteilung kann so mit einer geringeren Leistung aufrecht erhalten werden. Aufgrund des verminderten Leitungsdrucks ist die Wasserversorgung berlinweit jedoch nur etwa bis zur dritten Etage gesichert. Nach etwa 12 Stunden sind die Kraftstoffreserven der notstrombetriebenen Wasserwerke ausgeschöpft und die weitere Trinkwasserversorgung ist nicht mehr gegeben. Durch den Verlust des Drucks kann es zur Verstopfung der Kanalisation oder im schlimmsten Fall zum Überlaufen kommen. Ab dem zweiten Tag stellt sich Seuchengefahr ein.
Zu Beginn des Stromausfalls ist die Versorgung mit Nahrungsmitteln noch kein großes Thema. Mit fortwährender Dauer wird es jedoch zusehends schwieriger, sich zu versorgen. Beim Großteil der Bevölkerung reichen die Lebensmittelvorräte maximal zwei Tage. Die Nachfrage nach fertigen, in kaltem Zustand verzehrfähigen Lebensmitteln steigt.

Es zeichnet sich ab, dass der Strom für etwa eine Woche flächendeckend nicht verfügbar sein wird. Das Notfall-Kraftstoffmanagement kommt zum Einsatz: Die mit Sensor-Kommunikationseinheiten ausgestatteten Notstromaggregate melden ihren Füllstand über ein eigenes Datenfunknetz an das TankNotStrom-System, welches das voraussichtliche Ende des Kraftstoffvorrats berechnet. Auch notstromversorgte mobile Netzersatzanlagen der Einsatzkräfte oder anderer kritischer Infrastrukturen melden ihren Standort und Füllstand automatisch an die TankNotStrom-Zentrale. Diese unterstützt bei der Koordination der Verteilung der verfügbaren Kraftstoffe.
Mobile Notstromaggregate an einspeisefähigen Tankstellen ermöglichen die Betankungen der Einsatzfahrzeuge. Die Leitstellen bzw. die Einsatzstäbe werden über Versorgungsengpässe bei den Tankstellen informiert, die daraufhin ihre Einsatzkräfte und Einsatzfahrzeuge auf Ausweichmöglichkeiten hinweisen.
Dank des autarken IT-gestützten Notfall-Kraftstoffmanagements kann der Betrieb der an das System angeschlossenen Notstromaggregate sowie die Kraftstoffversorgung der Einsatzkräfte zuverlässig bis zur Wiederherstellung der allgemeinen Stromversorgung sichergestellt werden.