TankNotStrom

Fast alle kritischen Infrastrukturen hängen heute von einer zuverlässigen Energie- und Stromversorgung ab. Im Falle von Stromausfällen sind diese Infrastrukturen und Einrichtungen wie Wasser- und Gasversorger, Leitstellen, Krankenhäuser, Telekommunikationseinrichtungen oder Rechenzentren durch Notstromversorgung weiter einsatzfähig. Bei länger andauernden Stromausfällen hängt die Funktionsfähigkeit der Notstromversorgung von der Batteriekapazität oder dem jeweiligen Kraftstoffvorrat ab. In der Regel reichen die Kapazitäten bzw. Tankreserven für einen Betrieb zwischen 3 Stunden (bspw. Basisstationen von Mobilnetzen) bis max. 24 Stunden in Krankenhäusern. Nur wenige Rechenzentren verfügen über Reserven für 72 Stunden Betrieb.


Zur Aufrechterhaltung der Notstromversorgung ist daher bei länger andauerndem Stromausfall der Nachschub von Kraftstoff essentiell. Auch mobile Notstromaggregate, die das THW in großer Zahl zur Verfügung stellen kann, sind von einer funktionierenden Kraftstoffversorgung abhängig. Hinzu kommt, dass heutzutage die wenigsten Organisationen über eine eigene, sichere Kraftstoffversorgung verfügen. Selbst die Polizei, die Feuerwehr und das THW sind auf die Kraftstoffversorgung durch öffentliche Tankstellen angewiesen. Im Fall eines flächendeckenden Stromausfalls stehen auch Tankstellen für die Versorgung mit Kraftstoffen nicht mehr zur Verfügung, da sie keinerlei Notstromversorgung haben. Der Kraftstoff bleibt einfach in den Tanks. Auch besteht gegenwärtig nicht die Möglichkeit einfach Notstromaggregate an die Tankstellen anzuschließen und sie damit zu betreiben, da Tankstellen dafür nicht vorbereitet sind.


Für die Belieferung von Notstromaggregaten und Tankstellen mit Kraftstoffen muss dieser in Tanklagern vorhanden sein und er muss ausgeliefert werden können. Dazu müssen die Speditionen über die Bedarfe informiert und der Einsatz ihrer Tankfahrzeuge koordiniert werden können. Für die Befüllung der Tankwagen sind funktionierende Tanklager nötig. Die Situation wird dadurch noch verschärft, dass natürlich alle Notstromaggregate zur selben Zeit anspringen und dann auch zur selben Zeit wiederbetankt werden müssten. Dieses führt zu einer extremen Zuspitzung der Situation und stellt enorme Anforderungen an das zu entwickelnde Logistikkonzept.


Vor diesem Hintergrund besteht das Gesamtziel des Vorhabens darin, ein System zu realisieren, welches bei Stromausfall in der Lage ist, die Kraftstoffversorgung sowohl für die betriebenen Notstromaggregate, als auch für die Fahrzeuge der Einsatz- und Rettungskräfte so lange wie erforderlich sicherzustellen, um dadurch den Totalausfall dieser Systeme zu verhindern.

 

Die Projektidee


 

Das Verbundprojekt „Energie- und Kraftstoffversorgung von Tankstellen und Notstromaggregaten bei Stromausfall“ (TankNotStrom) wird im Rahmen des Themenfeldes "Schutz vor Ausfall von Versorgungsinfrastrukturen" vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert.